11. November 2019
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240 Elektrozahnbürsten geklaut und mit gefälschten Kassenbons zu Geld gemacht

Eine Gaunerbande aus dem Raum Freilassing in Oberbayern hat über Monate hinweg Diebstähle begangen und mit der Rückgabe der Ware mit gefälschten Kasssenbons in Baumärkten kräftig Kasse gemacht. Alleine der Haupttäter verusachte einen Beuteschaden von 23.000 Euro. Der Bande werden 459 Straftaten wie Diebstähle, Betrügereien, Urkundenfälschungen, Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie Verstöße nach dem Waffen- und Betäubungsmittelgesetz zur Last gelegt.

Blaulicht Polizei
Blaulicht Polizei

Überhaupt nicht aufgefallen ist es den Mitarbeitern in dem betroffenen Supermarkt in Freilassing, dass sich dort über Monate hinweg 240 Elektrozahnbürsten in Luft auflösten. Auch die betroffenen Drogerie- und Baumärkte, denen gefälschte Kassenbons vorgelegt wurden, gaben das Bargeld für die Rückgabe der Waren anstandslos heraus. Es ist einer aufmerksamen Kassiererin in einem Traunreuter Baumarkt zu verdanken, dass die Bande schließlich doch aufgeflogen ist. Sie alarmierte Ende Oktober 2015 die Polizei wegen des Verdachts des Betrugs. Sie hatte festgestellt, dass ein ca. 35-jähriger Mann wiederholt im Baumarkt Elektroartikel im Warenwert von 239 € mit einem gefälschten Kassenbon zurückgeben wollte. Der Mann war auch bereits in anderen Filialen dieses Baumarktes im Kreis Traunstein aufgetreten.

Bevor die Polizei eintraf, gelang dem Mann jedoch die Flucht aus dem Baumarkt und er konnte auch im Rahmen der sofortigen Fahndung nicht mehr angetroffen werden. Akribische Recherchen der Traunreuter Polizei führten dann auf die Spur eines Serienbetrügers mit ähnlicher Arbeitsweise im benachbarten Österreich. Dort wurde bereits seit längerer Zeit durch das Landeskriminalamt Salzburg ermittelt, weil in mehr als 200 Fällen immer wieder hochwertige Elektrozahnbürsten im Warenwert von ca. 15000,- € in Drogeriemärkten mit teilweise gefälschten Kassenbons zurückgegeben wurden. Auf Anfrage teilte das Betrugsdezernat in Salzburg mit, dass ein vager Anfangsverdacht gegen einen bereits wegen Diebstahl in Erscheinung getretenen 38-jährigen Mann aus Laufen besteht. Die Beweislage schien jedoch äußerst dünn.

Auf einer seiner „Touren“ geriet der 38Jährige mit einem 42jährigen Beifahrer auf der Autobahn München-Salzburg in eine Kontrolle, wobei sich der Anfangsverdacht erhärtete, weil er im Fahrzeug identische Elektrozahnbürsten mit sich führte. Die Kontrolle konnte den 38-jährigen Laufener auch nicht davon abhalten, seine Betrügereien im südostbayerischen Raum unvermittelt fortzuführen. In Folge wurde ein Durchsuchungsbeschluss beantragt. Beide Männer waren völlig überrascht, als sie Anfang Dezember in Freilassing festgenommen wurden. Die Durchsuchungen führten zur Auffindung weiterer Beweismittel. Bei dem Laufener wurden Drucker und Thermopapier sowie zahlreiche gefälschte Kassenbon sichergestellt. Der bereits erheblich vorbestrafte Mann räumte angesichts der erdrückenden Beweislage schließlich die Betrügereien in Österreich und Deutschland ein. Er wurde dem Haftrichter vorgeführt und Haftbefehl erlassen.

Die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit dem LKA Salzburg konnten jetzt nach Auswertung zahlreicher Beweismittel abgeschlossen werden. Es kristallisierte sich heraus, dass der Laufener zusammen mit vier anderen Mittätern aus Freilassing immer wieder auf Betrugstour ging.  Zwischenzeitlich erfolgten in allen Drogerie-/Baumärkten in Deutschland und Österreich entsprechende Betrugswarnungen um mögliche Nachahmer abzuschrecken.  Das länderübergreifende Strafverfahren wird im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens der österreichischen Strafverfolgungsbehörden durch die Staatsanwaltschaft Traunstein geführt und dem Haupttäter droht eine längere Haftstrafe.

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