18. Dezember 2018
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Amoklauf OEZ München: Tatwaffe im Darknet besorgt – Täter machte Fotosession in Winnenden

Der Amokläufer vom OEZ in München hat sich die Tatwaffe im sogenannten Darknet besorgt, teilte das Bayerische Landeskriminalamt München (LKA) in einer Pressekonferenz am Sonntag mit. Es handelt sich dabei um eine Theaterwaffe, die wieder scharf gemacht worden ist. Außerdem ist der Täter nach Winnenden gefahren und hat dort vom Tatort des Amoklaufes Fotos gemacht. Der 18-jährige Schüler aus München hat seinen Amoklauf seit einem Jahr geplant.

Pressekonferenz LKA Amoklauf
Pressekonferenz Landeskriminalamt Amoklauf Olympia-Einkaufszentrum OEZ München

Bei der Tatwaffe, die der 18-Jährige Amokläufer Ali David S. vor dem und im Olympia-Einkaufszentrum in München verwendet hat, handelt es sich um eine sogenannte Theaterwaffe. Er hatte sich die Glock 17  9mm im sogenannten Darknet besorgt, teilte das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) bei einer Pressekonferenz am 24. Juli 2016 in München mit. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Waffe bereits scharf war, als er sie erworben hat. Das ausgefeilte Prüfzeichen ist wieder sichtbar gemacht worden und stammt aus der Slowakei. Ob sie von dort an David Ali S. verkauft worden ist, muss noch ermittelt werden. Am Tatort konnten 58 tat-relevante Hülsen sichergestellt werden. 57 davon stammen aus der verwendeten Handfeuerwaffe. Eine am Tatort sichergestellte Hülse stammt zweifelsfrei aus einer Polizeiwaffe. Je 17 Schuss passen in die beiden Magazine; nachgeladen hat der Amokläufer seine Pistole auf dem Weg aus dem Olympia-Einkaufszentrum auf das Parkdeck.

Der Amokläufer hat die Tat seit einem Jahr geplant. Er ist nach Winnenden gefahren, wo Tim K. aus Winnenden im Jahr 2009 15 Schüler und Lehrer getötet hat. Dort hat der 18-jährige Münchner mit seiner Digitalkamera Fotos gemacht, die bei der Hausdurchsuchung in der elterlichen Wohnung gefunden worden ist. Wie der norwegische Attentäter Breivik hatte S. auch ein Manifest verfasst, das ebenfalls in seinem Zimmer gefunden worden ist. Der 18-jährige hat seinen Amoklauf am 5. Jahrestag des Breivik-Attentats gestartet. Nach den Erkenntnissen der Behörde soll der Amokschütze intensiv Killerspiele gespielt haben.

Bei den Opfern handelt es sich um sechs männliche Personen und drei weibliche Personen. Es kamen sechs Jugendliche, ein Heranwachsender und zwei Erwachsene ums Leben. Die Opfer hatten folgende Staatsangehörigkeiten: Ungarisch, deutsch-türkisch, deutsch, türkisch, kosovarisch, griechisch und staatenlos. Bisher sind den Ermittlungsbehörden 35 Verletzte des Amoklaufes bekannt, davon sind zehn Personen schwer verletzt, davon vier mit Schussverletzungen. Fünf der Opfer wurden im McDonalds gegenüber dem Olympia-Einkaufszentrum getötet, zwei vor dem Mc Donalds, eines vor Saturn-Hansa und eines im Olympia-Einkaufszentrum an der ersten Rolltreppe nach dem Haupteingang in der Hanauer Straße.

Der 18-Jährige hatte im Mai dieses Jahres einen gefakten Facebook-Account einer real existierenden jungen türkischen Frau angelegt. Für den Tag der geplanten Tat hat er um 16 Uhr die Kontakte auf diesem Account zum McDonalds in der Hanauer Straße eingeladen. Ob und wie viele Personen dieser „Einladung“ gefolgt ist, muss die Polizei noch klären.

Nach den ersten Erkenntnissen war der 18-Jährige Deutsch-Iraner seit längerem in ärztlicher Behandlung. Unter anderem befand er sich von Juli bis September 2015 stationär in einem Krankenhaus in einer kinder- und jugendpsychatrischen Behandlung. Einen letzten ärztlichen Kontakt gab es im Juni 2016.

Die Eltern des 18-Jährigen sind weiterhin noch nicht vernehmungsfähig. Deshalb konnten Fragen, ob hier die Vorbereitungshandlungen, wie zum Beispiel der Waffenkauf, bemerkt wurden, noch nicht geklärt werden, so das LKA. Auf der Pressekonferenz wurde jedoch bekannt, dass der Vater von Ali David S. seinen Sohn auf dem ersten Video erkannt hatte, das kurz nach der Tat bereits im Internet kursierte. Es zeigt es den Amokschützen, wie er vor dem McDonalds auf Passanten schießt. Sein Vater daraufhin auf die Polizeiwache in Neuhausen gegangen, um das mitzuteilen.

Die weiteren Ermittlungen zum Amoklauf im OEZ werden von der Staatsanwaltschaft München I und dem Bayerischen Landeskriminalamt, Sonderkommission (SOKO) OEZ mit einer momentanen Personalstärke von mehr als 70 Beamten geführt.

Aktuelle Entwicklungen zum Thema sind auch im Stadtmagazin München zu finden.

 

Polizei-Pressekonferenz am Sonntag, 11.30 Uhr, mit den ersten Ermittlungsergebnissen:

Polizei-Pressekonferenz am Sonntag, 2 Uhr morgens, zur Entwarnung, dass es sich um einen Amoklauf und keinen terroristischen Anschlag in München handelt:

Statement von Wirt Wolfgang Sperger zur Situation im Hofbräuhaus nach dem OEZ-Amoklauf:

 

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