20. September 2018
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Einbürgerungsrekord in Bayern: Immer mehr Briten wechseln wegen Brexit die Staatsbürgerschaft

Knapp 1.000 in Bayern lebende Briten haben sich 2017 für die deutsche Staatsbürgerschaft entschieden. Innenminister Joachim Herrmann vermutet als Motiv den Brexit.  Insgesamt haben sich im vergangenen Jahr über 15.000 Personen in Bayern einbürgern lassen. Das sind 8,6 Prozent mehr als 2016.

Innenminister Joachim Herrmann überreicht neuen deutschen Staatsbürgern die Einbürgerungsurkunde Foto: Christoph Schedensack
Innenminister Joachim Herrmann überreicht neuen deutschen Staatsbürgern die Einbürgerungsurkunde
Foto: Christoph Schedensack

Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann (CSU) hat am 15. Mai 2018 in München die Einbürgerungsstatistik für 2017 veröffentlicht. Die Gesamtzahl der Einbürgerungen in Bayern ist mit 15.638 Fällen im Vergleich zum Vorjahr um 8,6 Prozent gestiegen (2016: 14.394 Einbürgerungen; 2015: 13.373).

Knapp 43 Prozent aller Eingebürgerten (6.683 Personen) stammen aus Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Damit hat der Anteil der Unionsbürger gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich zugenommen (2016: 38,1 Prozent; 2015: 35,5 Prozent). Nach Herrmanns Worten besonders auffällig ist der weitere Anstieg der Zahlen bei britischen Staatsangehörigen. Hatten sich 2015 nur 86 Briten einbürgern lassen, waren es 2016 bereits 313 und 2017 nun 974. „Dass sich die Zahl der eingebürgerten Briten mehr als verdreifacht hat, liegt sicherlich auch am ‚Brexit'“, folgerte der Minister. „Nicht alle Briten wollen sich offenbar mit dem Ausstieg abfinden und die Errungenschaften der Europäischen Union weiter nutzen.“ Hauptherkunftsstaaten aus der Europäischen Union waren 2017 Herrmann zufolge Rumänien mit 1.245, das Vereinigte Königreich mit 974, Polen mit 877, Italien mit 607 und Kroatien mit 606 Eingebürgerten.

Wie Herrmann weiter erklärte, war die Türkei wie in den Vorjahren der Spitzenreiter bei allen Herkunftsstaaten. Von dort stammen mit 1.926 Personen 12,3 Prozent aller Eingebürgerten. Zu den Hauptherkunftsstaaten außerhalb der Europäischen Union gehörten auch die Nachfolgeländer des früheren Jugoslawiens mit 1.064 (ohne die EU-Staaten Kroatien und Slowenien), der Irak mit 452, die Ukraine mit 449,  die Russische Föderation mit 378, Vietnam mit 337 und Afghanistan mit 292 Eingebürgerten.

„Diese Einbürgerungen sind nicht nur die Krönung einer gelungenen Integration“, erklärte der Minister. „Sie sind auch der Beleg, dass sich diese Menschen in Bayern wohlfühlen.“ Herrmann verwies darauf, dass die deutsche Staatsangehörigkeit nach anspruchsvollen Kriterien verliehen wird. Unter anderem gehört zu den Voraussetzungen einer Einbürgerung grundsätzlich ein rechtmäßiger Daueraufenthalt von mindestens durchgehend acht Jahren, ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache und ein gesicherter Unterhalt. „Unsere neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sind eine Bereicherung für unsere Gesellschaft und beispielsweise als Fachkräfte in der Wirtschaft höchst willkommen“, fasste der Minister zusammen.

 

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