16. September 2019
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Flughafen München: 1,3 Mio. Pfund Strafe schuldig geblieben – Internationaler Betrüger verhaftet

Der Bundespolizei ist am 8. Juli 2016 am Flughafen München ein international gesuchter Betrüger ins Netz gegangen. Einen Tag nachdem er von den britischen Justiz zur Festnahme ausgeschrieben war, klickten bei dem 57-jährigen US-Bürger die Handschellen. Nun muss er noch 1.460 Tage Haft absitzen.

Flughafen München - Polizei
Flughafen München – Polizei

Er wollte eigentlich nach Ägypten und hatte nicht mit der guten Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden aus seinem Heimatland, Großbritannien und Deutschland gerechnet. Jetzt sitzt der 57-Jährige in Landshut im Gefängnis. Bundespolizisten haben am Freitagnachmittag, 8. Juli 2016, einen us-amerikanischen Staatsangehörigen bei seiner Ankunft aus Los Angeles festgenommen. Die Behörden im Vereinigten Königreich hatten erst seit dem  7. Juli 2016 nach dem 57-Jährigen mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Ein Londoner Richter hatte den US-Bürger bereits im Februar 2011 wegen Anlagebetrugs zu zwölf Monaten Haft verurteilt, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung. Außerdem verlangte die britische Justiz zwei Jahre später noch 1,3 Millionen Pfund vom Verurteilten, zahlbar innerhalb von sechs Monaten. Alternativ sollte der Verurteilte weitere vier Jahre Haft absitzen. Der New Yorker hatte von 2001 bis 2004 zusammen mit mehreren Komplizen offensichtlich Anlagewillige um insgesamt sieben Millionen britische Pfund gebracht. Die Ermittler im Vereinigten Königreich machten einhundert Geschädigte aus. Einer einzigen Frau hatte der Amerikaner wohl sogar über 600.000 britische Pfund abgenommen. Seine Strategie war ganz einfach; er appellierte an die Gier im Menschen. Der vermeintliche Businessman versprach seinen Kunden eine Rendite von sage und schreibe vier Prozent im Monat!
Da der Verurteilte zwar wohl seine Haftstrafe aus der ersten Verurteilung abgesessen hatte, den später geforderten Geldbetrag aber bis dato nicht aufbringen konnte oder wollte, erließ ein Londoner Gericht im Januar 2014 Haftbefehl gegen den Verurteilten. Da der New Yorker für die britische Polizei offenbar nicht greifbar war, schrieb ihn ein Richter am Westminster Magistrates Court am 7. Juli europaweit zur Festnahme aus. Die britische Justiz will den Amerikaner noch 1.460 Tage hinter Gittern sehen. Der US-Amerikaner blieb gleich tags darauf im Fahndungsnetz der Bundespolizei am Münchner Airport hängen, als er auf dem Weg von Los Angeles nach Kairo in München umsteigen musste. Die Münchner Bundespolizisten hatten von den Sicherheitsbehörden der USA einen Tipp bekommen und den 57-Jährigen schließlich bei seiner Ankunft am Münchner Flughafen festgenommen.

Tags darauf führten Bundespolizisten den Festgenommenen dem Haftrichter vor und lieferten ihn anschließend in die Justizvollzugsanstalt in Landshut-Berggrub ein. Dort muss er das durch die Generalstaatsanwaltschaft München betriebene Auslieferungsverfahren abwarten.

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