20. September 2019
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Flughafen München: Haft in Deutschland statt Asyl in Schweden

Ein mehrfach straffällig gewordener, abgelehnter Asylbewerber aus Afghanistan ist der Bundespolizei am 2. August 2016 auf dem Flughafen München ins Netz gegangen, den die schwedischen Behörden nach Deutschland abgeschoben haben. Nachdem er eine Geldstrafe nicht begleichen konnte, musste er eine Zelle in Stadelheim beziehen.

Flughafen München - Polizei
Flughafen München – Polizei

Am Dienstagvormittag, 2. August 2016, haben Bundespolizisten einen mit Haftbefehl gesuchten afghanischen Staatsangehörigen festgenommen und ins Münchner Gefängnis gebracht. Der polizeibekannte 28-Jährige ist im Rahmen asylrechtlicher Vorschriften von schwedischen Polizisten nach Deutschland gebracht worden. Bei seiner Ankunft am Münchner Airport klickten die Handschellen. Der Afghane war bereits 2002 als Asylbewerber nach Deutschland gekommen. Hier hatte er in Gemeinschaftsunterkünften in Sachsen und in der bayerischen Landeshauptstadt gelebt. Zwischen seinen Wohnsitzwechseln war er auch Gast in deutschen Gefängnissen. Der junge Mann war nämlich mehrfach durch verschiedenste Delikte, unter anderem auch durch Gewalttaten aufgefallen, bevor er vor ein paar Monaten von der Bildfläche verschwand. Grund für sein Verschwinden war wohl einerseits, dass sein Asylantrag abgelehnt und ihm die Abschiebung angedroht worden war, andererseits offensichtlich eine erneute Verurteilung wegen Erschleichens von Leistungen.

Etwa um die Zeit seines Verschwindens hatte ein Amtsrichter in München gegen den 28-Jährigen Haftbefehl erlassen, nachdem er die gegen ihn im Februar dieses Jahres verhängte Strafe nicht beglichen hatte und der Münchner Justiz 1.273 Euro Geldstrafe oder 40 Tage Ersatzhaft schuldig geblieben war. Mit diesem Haftbefehl hatte die Staatsanwaltschaft München I nach dem Untergetauchten suchen lassen.

Der Gesuchte hatte sich tatsächlich nach Schweden abgesetzt und dort erneut Asyl beantragt. Die schwedischen Behörden haben nun nach den Regeln des Dubliner Übereinkommens in Polizeibegleitung wieder nach Deutschland geschickt. Als die Bundespolizisten am Airport München den Afghanen bei seiner Ankunft aus Kopenhagen in Empfang nahmen, fiel ihnen die Fahndungsnotiz ins Auge. Die Beamten nahmen den Mann fest. Bei der Bundespolizei im Erdinger Moos war der Festgenommene zwar zahlungswillig, allerdings versagte ihm seine Kreditkarte den Dienst. Daher lieferten die Bundesbeamten den Festgenommen am frühen Nachmittag in die Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim ein.

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