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Für Popetown ist Jesus vom Kreuz gestiegen - Erzbistum mahnt ab
Jesus mit der Dornenkrone sitzt im Fernsehsessel und amüsiert sich über die MTV-Serie Popetown. Dahinter
das leere Kreuz. So wirbt der Musiksender über Ostern für das Papst-Cartoon, das am 3. Mai startet (siehe Bild). Die Werbung und die Comicserie bringt die katholische Kirche um ihren Osterfrieden. Jetzt mahnte das
Erzbischöfliche Ordinariat München den Sender ab.
MTV wurde von der Erzdiözese München und Freising per Unterlassungserklärung aufgefordert, bis zum 18. April 2006 eine verbindliche Erklärung
abzugeben, die Werbung einzustellen und den Start der Comicserie auf Eis zu legen. In der Serie ist ein "durchgeknallter Papst" von korrupten Kardinälen umgeben. Damit würde, so die katholische Kirche, das
christliche Glaubensbekenntnis verächtlich und lächerlich gemacht. Dies sei auch nicht in Form einer Satire zulässig.
Die Freiheit der Kunst sei nicht schrankenlos, argumentieren die von der Kirche
beauftragten Rechtsanwälte. Bei der Sendung handle es sich "um Frieden störende Beschimpfungen, die auch den Tatbestand der Beschimpfung von Religionsgemeinschaften (§ 166 StGB) des Strafgesetzbuches
erfüllen". Der Glaube würde verächtlich gemacht.
Das Werbeplakat mit dem heiteren Christus vor dem Fernseher hat MTV inzwischen auf Drängen des Deutschen Werberates zurückgezogen. Aber das
Papst-Cartoon soll auf jeden Fall anlaufen. MTV-Programmdirektor Elmar Giglinger sagte, dass eine vorab eingereichte Folge vom Medienkontrollgremium FSF für die Ausstrahlung untertags bereits freigegeben worden
sei. Und in der FSF würden auch Vertreter der Kirche sitzen.
In der politischen Szene halten die Jungen Liberalen, die Jugendorganisation der FDP, dem MTV die Stange. Deren Vorsitzender Johannes
Vogel meinte zur Kritik von Ministerpräsident Edmund Stoiber an der Serie: "Noch vor wenigen Wochen wurde von allen Beteiligten zu Recht auf die Pressefreiheit verwiesen, als es um die Mohammed-Karikaturen
ging." Wenn man von den Moslems den Respekt der Pressefreiheit einfordere, so solle man ihn auch gewähren, wenn es um die christliche Religion ginge, so Vogel. Mit zweierlei Maß zu messen, sei nicht
akzeptabel.
Die Serie wurde ursprünglich für den BBC produziert. Nach heftigen Protesten wurde Popetown in Großbritannien nicht ausgestrahlt. In Italien hat MTV klein beigegeben und auf das Senden
der Serie ebenfalls verzichtet.
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