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Besuchermagnet ist der Keferloher Montag nur mit Spitzenpolitikern

Nur mehr zur Hälfte gefüllt ist das Bierzelt, als die Hauptrednerin vom Keferloher Montag, die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf, das Podium betritt. Der Erfolg dieser Brauchtumsveranstaltung steht und fällt mit der Zugkraft der Redner.

Keferloher Montag Ulrike Scharf Umweltministerin Bayern
Keferloher Montag Ulrike Scharf Umweltministerin Bayern

Am Sonntag bei der CSU-Veranstaltung mit Ministerpräsident Horst Seehofer war das Bierzelt voll. Dann am eigentlichen Festtag, dem Keferloher Montag, bröckelte es gehörig. Die Bayerische Umwelt- und Verbraucherministerin Ulrike Scharf blickt bei ihrer Rede auf viele leere Biertische. Vorher bei der Preisverleihung vom Stierschätzen, waren noch wesentlich mehr Besucher im Bierzelt. Da ging es um das Einschätzen des Gewichts eines Zuchtbullen. Jetzt bei der Rede von Scharf geht es um Zukunftsthemen in den Bereichen Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Umwelt. Viele Gäste sind aber eher an den Waren des Marktes und an der Landmaschinenausstellung vor dem Zelt interessiert oder lassen sich nebenan im Biergarten nieder.

Letztes Jahr füllte noch der Auftritt von Finanzminister Markus Söder das Bierzelt bis auf den letzten Platz. Festredner der Vergangenheit wie Angela Merkel, Edmund Stoiber oder Karl-Theodor zu Guttenberg sprengten regelmäßig die Kapazitäten des Bierzeltes. Doch heuer beschwerten sich die oppositionellen Landkreispolitiker, dass der Kreis eine Veranstaltung mitfinanziert, in der sich ausschließlich Unionspolitiker in Szene setzen können. Das hat den Vorstand des Vereins „Die Keferloher Freunde e.V.“ veranlasst, sich auf die Wurzeln zu besinnen. Denn der Keferloher Montag war immer eine bäuerliche Veranstaltung. Albert Ostler, der Vereinsvorsitzende des Veranstalters, wollte das landwirtschaftliche Element wieder stärker in den Vordergrund stellen und weg von den politischen Zugpferden.

So entschied man sich für Ulrike Scharf und den Präsidenten der Arbeitsgemeinschaft deutscher Waldbesitzerverbände, Philipp zu Guttenberg als Redner. Beim Waldbesitzer-Präsidenten war das Zelt noch relativ gut gefüllt, bilanzierte Festwirt Lorenz Stiftl. Bei der Umweltministerin war das Interesse dann eher dürftig.

Der Keferloher Montag war früher ein Magnet. Er blickt auf eine über 1050-jähriger Tradition zurück findet immer am ersten Montag im September statt: Einst war der Keferloher Markt der berühmteste Viehmarkt für Pferde und Schweine in Bayern, bei der bis zu 30.000 Menschen nach Keferloh im Landkreis München geströmt sind.

Der Ursprung liegt im Jahr 955, als nach der Schlacht am Lechfeld dort zusammengetriebene, herrenlose Pferde der besiegten Ungarn verkauft wurden. Seit dem 12. Jahrhundert findet dort der Markt mit Volksfestvergnügen statt und ist damit wesentlich älter als das Oktoberfest. Bekannt wurde der Ort am Rande Münchens auch, weil hier der Ur-Keferloher, ein Maßkrug aus Ton, herstammt.

Im 12. Jahrhundert wurde auch die Kirche St. Aegidius gebaut, dessen Namenspatron am 1. September seinen Geburtstag feiert. Seit jener Zeit wird am Montag darauf der Markt in Keferloh durchgeführt. Heutzutage ist der Keferloher Montag nur mehr eine kleines Fest, das kaum mehr Bürger aus der Stadt und aus Oberbayern außerhalb des Landkreise München anzieht. Es wird ein kleines Festzelt aufgestellt und ein Hauptredner aus der Politik tritt auf. Im Rahmenprogramm gab es einen kleinen Bauern- und Künstlermarkt, eine Landmaschinen-Ausstellung, eine Greifvogelschau, ein Stierschätzen mit attraktiven Preisen und ein buntes Kinderprogramm. Erstmals seit langer Zeit fand in diesem Jahr wieder Leistungspflügen mit Geld- und Sachpreisen statt, das früher fester Bestandteil des Festes war.

Zur Fotostrecke Keferloher Montag 2017

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