15. November 2018
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Wertvolle Kulturgüter bei Großbrand im Depot vom Deutschen Museum in Ingolstadt vernichtet

Bei einem Großbrand am Mittwochabend in einer Lagerhalle in der Maffeistraße in Ingolstadt wurden in einem Depot des Deutschen Museums wertvolle Kulturgüter wahrscheinlich im Wert von zweistelliger Millionenhöhe vernichtet. In der Halle lagerten rund 8.000 Exponate von einzigartigem historischen Wert, darunter das Mikroskop von Chemie-Nobelpreisträger Manfred Eigen.

Großbrand in Depot vom Deutschen Museum in Ingolstadt, Foto Deutsches Museum München
Großbrand in Depot vom Deutschen Museum in Ingolstadt, Foto Deutsches Museum München

(Update 11.10.2018, 16.36 Uhr) Das Deutsche Museum teilt zum Großbrand in Ingolstadt mit: „Mitarbeiter des Deutschen Museums haben das von dem Großbrand betroffene Depot am Donnerstag kurz in Augenschein nehmen können. Das Ergebnis ist: Die Schäden sind doch nicht so schlimm, wie ursprünglich befürchtet werden musste.  Die Flammen haben „nur“ von außen in das Gebäude hineingeschlagen – von einem Ausbrennen des Depots kann nicht mehr die Rede sein. “Wir gehen  also nicht von einem Totalverlust von 8000 Exponaten aus, wie wir ihn am  Anfang befürchtet hatten“, erklärte Gerrit Faust, Pressesprecher des  Museums. Natürlich müsse jetzt geprüft werden, wie die Exponate die große Hitze und den Rauch überstanden hätten. Aufwendige Reinigungs- und  Restaurierungsarbeiten seien aber sicherlich notwendig – es sei ein erheblicher finanzieller Schaden entstanden. Zudem muss sich das  Deutsche Museum neue Depoträume suchen. „Das Gebäude sieht aus, als hätte dort eine Bombe eingeschlagen“, erklärte ein Mitarbeiter des Museums, der in Ingolstadt vor Ort war.

(11.10.2018, 12.30 Uhr) Am Mittwochabend, 10. Oktober 2018, gegen 22.30 Uhr, kam es nach Angaben der Polizei aus bislang ungeklärter Ursache in einer großen Lagerhalle in der Maffeistraße in Ingolstadt zu einer Verpuffung und einem Brand, in der auch ein großes Depot des Deutschen Museums ist. Trotz sofortiger Brandbekämpfung durch die Berufsfeuerwehr Ingolstadt gerieten Teilbereiche der großen zweistöckigen Lagerhalle in Vollbrand. Nachdem das Feuer nach etwa zwei Stunden unter Kontrolle gebracht war, dauerten die Nachlöscharbeiten noch bis in die frühen Morgenstunden an.

Zur Ursache der Verpuffung und des Brandes können derzeit noch keine Aussagen getroffen werden. Die ersten Ermittlungen diesbezüglich wurden noch in der Nacht vom Kriminaldauerdienst der Kripo Ingolstadt aufgenommen und werden am Morgen durch das Fachkommissariat weitergeführt, sobald der Brandort betreten werden kann.

Bei dem Großbrand ist ein Depot des Deutschen Museums stark betroffen, zwei weitere sind durch den Brand stark in Mitleidenschaft gezogen. Auf 3665 Quadratmetern lagerten rund 8000 Exponate – von der Nähmaschine bis zum Segelflugzeug. Die Verantwortlichen beim Deutschen Museum in München sind schockiert und gerade mit der Bestandsaufnahme beschäftigt. „Zu den einmaligen Exponaten gehört zum Beispiel ein Mikroskop von Chemie-Nobelpreisträger Manfred Eigen – so etwas ist unersetzlich“, sagt Andreas Gundelwein, beim Deutschen Museum zuständig für den Bereich Sammlungen. Alle Sammlungsgebiete des Deutschen Museums seien betroffen – von der Luftfahrt über den Landverkehr bis hin zu Textil- und Medizintechnik. Vor allem im Informatikbereich seien die Schäden groß, sagt Gundelwein.

Einziger Lichtblick sei, dass es in diesem Depot viele Exponate aus Metall gab, bei denen es sein könnte, dass sie den Brand überstanden haben. Aber auch in den beiden anderen Depots in Ingolstadt gebe es Schäden, von denen sich die Mitarbeiter des Museums noch kein eigenes Bild machen konnten. Dort lagern in den stark verrußten Räumen Objekte auf weiteren 10 000 Quadratmetern. Der Restaurierungsaufwand für die dort gelagerten Stücke ist noch nicht zu beziffern, ebenso wie der materielle Schaden. „Der ideelle Wert dieser Objekte ist ohnehin nicht zu beziffern“; sagt Andreas Gundelwein. Der materielle Schaden sei noch nicht abschätzbar, liege aber sicher im zweistelligen Millionenbereich. Generaldirektor Wolfgang M. Heckl erklärte, der Verlust an einmaligen Objekten der Technikgeschichte schmerze ihn zutiefst. „Ich bin aber erleichtert darüber, dass bei dem Brand keine Menschen zu Schaden gekommen sind.“ Heckl dankte der Feuerwehr in Ingolstadt für ihren Einsatz.

 

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