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Dreifacher Mord in Starnberg: Waffennarr (19) löscht Familie aus und filmt Tatort mit Smartphone

Eine überraschende Wende hat es bei der Bluttat mit drei Toten am 12.1.2020 in Starnberg gegeben. Die Ermittler waren zuerst davon ausgegangen, dass der 21-jährige Sohn zuerst seine Eltern und dann sich getötet hatte. Nun stellte sich heraus, dass ein 19-jähriger Waffennarr aus Olching die Familie ausgelöscht hat und den Tatort sogar gefilmt hat. Er hat die Tat inzwischen gestanden. Auf die Spur des Täters kamen die Ermittler über die Tatwaffen, die er am Tatort zurückgelassen hatte, um einen Suizid des Sohnes der Familie vorzutäuschen.

Tatwaffen 3fach Mord Starnberg
Tatwaffen 3-fach Mord Starnberg
Quelle Foto: Polizei Bayern

Ein Ehepaar und deren Sohn (21) wurden am Sonntag, 12. Januar 2020 mit tödlichen Schussverletzungen in deren Haus in Starnberg aufgefunden. Die Ermittler gingen aufgrund der Situation davon aus, dass der 21-Jährige zuerst seine Eltern und dann sich selbst getötet hat.

Im Haus stellten die Ermittler der Mordkommission Fürstenfeldbruck zwei Pistolen als Tatwaffen sicher. Parallel zur Abarbeitung der Spuren am Tatort und zur Rekonstruktion des Geschehens im Haus wurden intensive Ermittlungen zur Herkunft der Waffen geführt. Für sie lagen keine waffenrechtliche Erlaubnisse vor.

Aufgrund von Zeugenaussagen im Umfeld des Ausbildungsbetriebes des 21-jährigen Sohnes, der eine Lehre als Büchsenmacher absolvierte, geriet ein 19-jähriger Freund ins Visier der Beamten. Es bestand der konkrete Verdacht, dass der Kumpel illegale Waffen des 21-Jährigen aufbewahrt. Am 23.1.2020 wurde aufgrund richterlichen Beschlusses seine Wohnung in Olching im Landkreis Fürstenfeldbruck durchsucht.

Waffensammlung Täter Dreifach-Mord Starnberg
Waffensammlung Täter Dreifach-Mord Starnberg
Quelle Foto Polizei Bayern

Tatsächlich wurde bei der Durchsuchung im Dachgeschoss des Wohnhauses ein ganzes Waffenarsenal, darunter auch Kriegswaffen beziehungsweise Stoffe, die zur Herstellung von Sprengstoff dienen können, sowie Munition aufgefunden (siehe Foto oben). Mit Unterstützung von Sprengstoffexperten des Bayerischen Landeskriminalamtes wurden sämtliche Gegenstände sichergestellt und werden derzeit entsprechenden Untersuchungen unterzogen. Der 19-Jährige sowie ein in der Wohnung anwesender 18-jähriger Freund aus Starnberg wurden wegen des Verdachts eines Verstoßes nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz beziehungsweise Sprengstoffgesetz vorläufig festgenommen und zur Polizeidienststelle gebracht.

Im weiteren Verlauf erlangten die Ermittler neue Erkenntnisse zum Tatgeschehen in Starnberg. Der 19-Jährige schilderte den Ermittlern, dass er zunächst seinen Bekannten und dann die Eltern erschossen habe. Abschließend sorgte er für eine Auffindesituation, die den 21-Jährigen als Täter erscheinen ließ. Die detaillierte Schilderung und ein inzwischen wiederhergestelltes Handy-Video zum Tatgeschehen, das der 19-Jährige selbst drehte, belegen dieses Eingeständnis. Der im Rahmen der Wohnungsdurchsuchung festgenommene 18-Jährige hatte seinen Bekannten zum Tatanwesen gefahren und nach der Tat wieder abgeholt. Ein Motiv für die Bluttat konnte die Polizei noch nicht klären.

Die Staatsanwaltschaft München II stellte Haftantrag wegen Mordes beziehungsweise Beihilfe dazu sowie Verbrechens im Sinne des Kriegswaffenkontrollgesetzes gegen die beiden Beschuldigten. Am 24.1.2020 wurden die Beiden dem Haftrichter am Amtsgericht München vorgeführt, der Haftbefehle erlassen und Untersuchungshaft angeordnet hat.

 

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