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Grippewelle erreicht München – Impfrate von Risikogruppen in Bayern extrem niedrig

Die alljährliche Grippewelle führt im Januar 2017 zu einem Anstieg der Influenza-Patienten in den Münchner Arztpraxen und Notfallzentren, teilen die Städtischen Kliniken mit. Das Robert-Koch-Institut hat festgestellt, dass die Impfquote in Bayern extrem niedrig ist.

Krankenhaus München-Schwabing
Krankenhaus München-Schwabing

Gerade vorerkrankte und gesundheitlich geschwächte Menschen haben das Risiko, dass die Erkrankung bei ihnen einen schwerwiegenden Verlauf nimmt. „Sollte man sich jetzt impfen lassen, wenn die Impfung erst in zwei Wochen wirksam wird? Absolut. Wir empfehlen eine Impfung gerade für die Risikogruppen wie Menschen mit Lungenerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem“, sagt Prof. Christoph Dodt, Leiter des Notfallzentrums im Klinikum Bogenhausen. Im Städtischen Klinikum München (StKM) werden aktuell einige, sehr schwer betroffene Patienten versorgt, die als Folge einer Grippeerkrankung beispielsweise eine Lungenentzündung entwickelt haben. Diesen Versorgungsauftrag abzudecken sowie eine sehr gute Notfallversorgung der schweren Fälle zu erfüllen, hat für die StKM Priorität.

In diesem Zusammenhang weist das Klinikum darauf hin, dass es daher in den Notfallzentren (in den Kliniken Schwabing, Bogenhausen, Harlaching und Neuperlach) für ambulante Patienten während der andauernden Grippewelle auch zu längeren Wartezeiten kommen kann. Die Versorgung von schwerwiegenden Erkrankungen, für die die Notfallzentren zuständig sind, ist davon unberührt. Experten empfehlen bei ambulanten Fällen den Hausarzt aufzusuchen oder ärztliche Bereitschaftspraxen. So können die Notfallzentren entlastet werden und lange Wartezeiten bei leichten Erkrankungen vermieden werden – unter der Nummer 116117 erfahren Patienten, welcher niedergelassene Arzt Dienst hat. Vorkehrungen für weitere Zunahme der Fälle. Gleichzeitig prüft das Städtische Klinikum für eine möglicherweise weiter steigende Zahl von Patienten mit schwerwiegenden Krankheitsverläufen nach einer Influenza-Infektion vorsorglich die Aktivierung weiterer Bettenkapazitäten. Zudem werden Isolationsmöglichkeiten geschaffen, um eine Ausbreitung der Grippeinfektionen im Krankenhaus zu verhindern. Influenza-Tests werden in einem priorisierten Verfahren durchgeführt und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind erfahren im Umgang mit der „Grippewelle“ und besonders sensibilisiert. Ein Test auf Influenza wird bei Patienten durchgeführt, die stationär aufgenommen werden müssen. Impfung ernst nehmen – Senioren in Bayern sind „impfmüde“

Experten raten auch Bürgerinnen und Bürgern zur Influenza-Impfung. Die Anzahl der geimpften Seniorinnen und Senioren ist in den vergangenen Jahren deutlich rückläufig. Waren in der Saison 2009/2010 noch 47,7 Prozent der mindestens 60- Jährigen geimpft, so ist der Anteil in der Saison 2015/2016 auf 35,3 Prozent gesunken, berichtet das Robert-Koch-Institut in einer aktuellen Meldung. In Bayern sind aktuell bei den über 60-Jährigen nur 23,7 Prozent geimpft. In den neuen Bundesländern liegt die Impfrate über 50 %.

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