24. Januar 2021
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Falsch abgebogen: Diesellok muss E-Zug bei Premierenfahrt Zürich – München abschleppen

Zum Fahrplanwechsel am Sonntag ist die elekrifizierte Strecke von München nach Zürich in Betrieb genommen worden. Um 45 Minuten auf vier Stunden hat sich die Fahrzeit in die Schweiz dadurch verkürzt. Allerdings nicht, wenn man mit dem Zug auf ein Gleis ohne Stromabnehmer abbiegt. Dann muss der hochmoderne Eurocity-Zug mit einer Diesellok abgeschleppt werden. 

Endlich ist die Bahnstecke von München nach Lindau elektrifiziert. 500 Millionen Euro wurden investiert, um die 155 Kilometer lange Strecke für Elektroloks zu ertüchtigen. Alleine 100 Millionen Euro flossen dabei in den Lärmschutz. Die Schallschutzwände haben einen Länge von 25 Kilometern. In Lindau wurde ein neuer Fernbahnhof gebaut. Die Zahl der Fahrten auf der Strecke ist nun auf 12 verdoppelt worden, was einen Zweistundentakt bedeutet. Da die neuen Züge Neigetechnik haben, können sie in der Spitze mit 160 km/h fahren. Die Reisezeit von München nach Zürich verringert sich dadurch um 40 Minuten auf vier Stunden. Die Eurocity-Garnituren haben 75 Prozent mehr Sitzplätze.  

Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2020 fand die Premierenfahrt mit dem Eurocity-Express Astoro der Schweizerischen Bundesbahnen statt. Von München nach Zürich ging alles gut. Doch beim Gegenzug nach München passierte dann das Fiasko. Ein Fahrdienstleiter hatte in Hergatz im Allgäu eine Weiche falsch gestellt und der Zug rollte auf ein Gleis, das keinen Stromabnehmer hatte. Eine Diesellok musste den hochmodernen Zug schließlich bergen und nach Bregenz abschleppen. Bei dem Manöver wurde auch die Oberleitung beschädigt. So ging die nagelneue Strecke erstmal außer Betrieb. Die nachfolgenden Züge aus der Schweiz endeten in Bregenz. Die aus München fuhren nur bis Memmingen. 

«Das ist ein ganz wichtiger Lückenschluss im internationalen Bahnverkehr”, erklärt der Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn, Ronald Profalla.  Mit unseren pünktlich abgeschlossenen Bauarbeiten sichern wir ein attraktives Reiseangebot zwischen den Metropolen München und Zürich. Dank der Elektrifizierung sind unsere Reisenden klimafreundlich unterwegs. Und in gut einem Jahr noch schneller: Dann wird sich die Fahrzeit um noch einmal 30 Minuten verkürzen.» “Aber nur, wenn die Züge nicht Abwegen unterwegs sind”, hätte er noch ergänzen sollen. 

 

 

 

 

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