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IS-Kommandeur bei Landshut festgenommen – kein Zusammenhang mit Anschlag auf BVB-Bus

Ein Sondereinsatzkommando der Polizei (SEK) hat am Mittwochmorgen in einem Flüchtlingsheim in Adlkofen im Landkreis Landshut einen 32-jährigen Syrer festgenommen. Die Bundesanwaltschaft wirft Zoher J. vor, in Aleppo eine IS-Kampfeinheit gegründet zu haben. Später soll er für den IS-Geheimdienst agiert und den Auftrag gehabt haben, Terrorzellen in Europa zu koordinieren, um Anschläge durchzuführen.

Polizei Bayern
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Am Morgen des 12. April 2017 ist der mutmaßliche IS-Kommandeur Zoher J. auf dem Weg von der Asylbewerberunterkunft in Adlkofen im Landkreis Landshut zur Bushaltestelle von einem SEK-Kommando überwältigt worden. Laut Informationen des Bayerischen Rundfunks sollen andere Flüchtlinge den 32-Jährigen als IS-Kämpfer identifiziert und gemeldet haben. Mit den Recherchen der Geheimdienste hat sich Verdacht erhärtet. Deshalb hat die Bundesanwaltschaft einen Haftbefehl ausgestellt und die Festnahme veranlasst. Die Bundesanwaltschaft macht in ihrer Presseerklärung deutlich, dass es keinen Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund gibt.

Der Beschuldigte ist dringend verdächtig, sich als Mitglied an den ausländischen terroristischen Vereinigungen „Jabhat al-Nusra“ (JaN) und „Islamischer Staat“ (IS) beteiligt zu haben. Außerdem soll er in Griechenland Mitglieder für den IS rekrutiert haben.

In dem Haftbefehl wird dem Zoher J. im Wesentlichen folgender Sachverhalt zur Last gelegt: Er gründete im Laufe des Jahres 2011 in Syrien unter anderem zusammen mit den per Haftbefehl gesuchten  Abdulrahman A. A. sowie Abd Arahman A. K. eine zur terroristischen Vereinigung „Jabhat al-Nusra“ (JaN) gehörende Kampfeinheit. Ihr Aktionsradius beschränkte sich zunächst auf den Raum Aleppo. Ab 2013 war ein Teil der Kampfeinheit auch in den Regionen Tabka und Rakka aktiv. In der Folge führte Zoher J. weiterhin das Kommando in der Region Aleppo, während er die Verantwortung für Operationen im Raum Tabka und Rakka auf Abd Arahman A. K. übertrug. Um den Jahreswechsel 2013/2014 fielen weite Teile des Aktionsgebietes dieser Kampfeinheit unter die Kontrolle des IS.

In der Folge löste sich die Kampfeinheit auf.  J. schloss sich daraufhin dem „IS“ an und arbeitete fortan für dessen „Geheimdienst“. In dieser Funktion reiste er spätestens Ende August 2015 nach Deutschland. Von hier aus pendelte er nach Griechenland, um dort in Flüchtlingslagern Mitglieder für Terrorzellen in Europa zu rekrutieren. Außerdem sollte der Syrer die bereits in Europa agierenden Terrorzellen koordinieren, um noch nicht näher geplante Anschläge durchzuführen. Bereits vor seiner Ausreise nach Deutschland hatte er Abdoulfatah A. unter anderem einen mit Sprengstoffgürtel sowie eine Handfeuerwaffe übergeben, die dieser für ihn nach Aleppo transportieren sollte.

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