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Listerien-Verdacht: Sieber ruft gesamtes Sortiment zurück – hier die Liste

Wegen Listerien-Verdacht in einzelnen Produkten hat die Metzgerei Sieber aus Geretsried im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen das gesamte Sortiment zurückgerufen. Betroffen sind hunderte Tonnen von Fleisch- und Wurstwaren.

Rückruf Sieber Fleisch und Wurst
Rückruf Sieber Fleisch und Wurst

Die Großmetzgerei teilt auf ihrer Homepage mit, dass im Rahmen des vorsorglichen Verbraucherschutzes alle Fleisch- und Wurstwaren zurückgerufen werdne. In einigen Einzelfällen wurden in Schinken- und Wurstprodukten Listerien gefunden. Für Rückfragen der Verbraucher steht das Info-Telefon 08171/98 21 0 zur Verfügung. Die Liste sämtlich betroffener Produkte hat Sieber auf seiner Homepage zum Abruf veröffentlicht. Die Verbraucher erkennen diese Produkte (auch bei Eigenmarken des Handels) an dem Identitätskennzeichen BY 10751.

In allen Supermärkten in Deutschland, Österreich und der Schweiz läuft eine Rückrufaktion der Produkte. Vorsorglich wurde die gesamte Produktpalette von über 200 Fleisch- und Wurstwaren eingezogen. Wer Sieber-Wurst gekauft hat, sollte sie vernichten.

Bei einer routinemäßigen amtlichen Probenahme am 16. März 2016 in Franken wurde bei dem Produkt „Original bayerisches Wacholderwammerl ca. 300 g“ (mit der Loskennzeichnung 16047 und dem Mindesthaltbarkeitsdatum 25.03.2016 und 28.03.2016), der Firma Sieber Listerien (Listeria monocytogenes) oberhalb des Grenzwertes von 100 KBE/g nachgewiesen. Aufgrund der Grenzwertüberschreitung beurteilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Oberschleißheim dieses beprobte Produkt am 30. März 2016 als gesundheitsschädlich.  Des weiteren wurde die Probe zur weiteren Feststellung, um welchen Listerienstamm es sich handelt, an das Robert Koch Institut und das Nationale Referenzlabor für Listeria monocytogenes des Bundesinstitutes für Risikobewertung weitergeleitet. Diese Untersuchungen ergaben durch Mitteilung am 19. Mai 2016, dass das Listerien – Isolat aus dem Betrieb Sieber (Wacholderwammerl), welches zu einem öffentlichen Rückruf im März des Jahres (Probennahme am 16.03.2016, Ergebnismitteilung am 24.03.16 mit sofortigen Rückruf) geführt hat, identisch mit einem humanen Erkrankungs-Cluster ist. 

Auch das  Bayerische Verbraucherschutz-Ministerium hat in einer Presseerklärung darauf hingewiesen, dass nach aktuellen Erkenntnissen des Robert-Koch-Instituts (RKI) vermutet wird, dass die unter der Bezeichnung “Original Bayerisches Wammerl” vertriebenen Produkte der Firma Sieber in Zusammenhang mit einem Listeriose-Ausbruch in Süddeutschland stehen. Das RKI spricht nach molekularbiologischen Erkenntnissen von einer sehr hohen, nach epidemiologischen Erkenntnissen von einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass die unter der Bezeichnung “Original Bayerisches Wammerl” vertriebenen Produkte in Zusammenhang mit einem Listeriose-Ausbruchsgeschehen im Zeitraum von 2012 bis zum jetzigen Zeitpunkt stehen. Etwa 80 Personen sollen nach Medienberichten in diesem Zeitraum erkrankt sein.

Nachdem umfangreiche amtliche Untersuchungen der bayerischen Lebensmittelüberwachung von derzeit auf dem Markt befindlicher Ware der Firma Sieber am 27. Mai 2016 in fünf weiteren Fällen positive Listerienergebnisse auf verschiedenen Wurstwaren ergeben haben, bestehen nach Meinung der Lebensmittelüberwachung hinreichende Anhaltspunkte dafür, dass von Erzeugnissen der Firma Sieber eine Gefährdung für die Gesundheit der Verbraucher ausgehen kann, auch wenn ein direkter Nachweis von Listerien nicht für sämtliche Produkte der Firma Sieber vorliegt. Die insoweit bestehende Unsicherheit kann aufgrund der beschränkten Möglichkeiten der vollständigen wissenschaftlichen Aufklärung lebensmittelbedingter Krankheitsausbrüche nicht innerhalb der gebotenen Zeit behoben werden.

Am 27. Mai 2016 waren die Probenergebnisse der am 20. Mai 2016 entnommenen Proben eingetroffen, die zeigten, dass Listerien in fünf Brühwurstarten der Firma Sieber nachgewiesen werden konnten (Fleischwurst mit Paprika, Bayer. Spezialität – Gelbwurst mit Petersilie, Regensburger, Sieber Gelbwurst und Gelbwurst mit Petersilie).

Wo die Kontaminationsquelle lag ist nach wie vor unklar. Es ist jedoch nach heutigem Kenntnisstand nicht ausgeschlossen, dass für die Kontamination des „Original bayerisches Wacholderwammerl ca. 300 g“ (mit der Loskennzeichnung 16047 und dem Mindesthaltbarkeitsdatum 25.03.2016 und 28.03.2016), bei dem die Grenzwerte überschritten waren, von der gleichen Kontaminationsquelle auszugehen ist, wie auch bei den Brühwursterzeugnissen. Weil die Herkunftsquelle unbekannt ist, kann nicht vorhergesagt werden, welche einzelnen Produkte betroffen sind. Daher musste die Anordnung des Rückrufes und das Verbot des Inverkehrbringens auf alle Produkte der Firma Sieber bezogen werden. Am Wochenende 28. / 29. Mai 2016 haben bereits bayernweit Lebensmittelkontrolleure den Rückruf überwacht.

Listerien sind Bakterien, von denen derzeit die Art Listeria monocytogenes als Krankheitserreger von Mensch und Tier die größte Bedeutung hat. Listerien können sich auch bei niedrigen Temperaturen, also zum Beispiel im Kühlschrank, vermehren. Kochen, Braten, Sterilisieren und Pasteurisieren tötet die Bakterien sicher ab. Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektion durch L. monocytogenes, die Listeriose, meist unauffällig oder nimmt einen harmlosen Verlauf mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Muskelschmerzen oder Erbrechen und Durchfall. Für Risikogruppen, wie ältere oder immungeschwächte Personen sowie Säuglinge und Schwangere, stellt L. monocytogenes jedoch ein besonderes Risiko dar.

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