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S-Bahnunglück in Schäftlarn: Polizei sucht weitere Fahrgäste für Zeugenaussagen

Zwei S-Bahnen sind in Ebenhausen bei Schäftlarn im Landkreis München zusammengestoßen. Bei dem Bahnunglück wurde ein 24-jähriger Fahrgast getötet. 18 Personen wurden in Kliniken gebracht, davon sechs Schwerverletzte. Die Polizei sucht weitere Fahrgäste für Zeugenaussagen. 

S-Bahnunglück Schäftlarn Feuerwehr Hohenschäftlarn
Bergungsarbeiten S-Bahnunglück Schäftlarn
Quelle Foto Feuerwehr Hohenschäftlarn via Berufsfeuerwehr München

(Update 21.2.2022) Die Polizei ist auf der Suche nach Fahrgästen der beiden Züge für Zeugenaussagen. Insgesamt waren in den beiden S-Bahnen, die kollidiert sind, etwa 120 Personen. Nach dem aktuellsten Kenntnisstand wurden 18 Personen zur weiteren Behandlung in
Krankenhäuser transportiert, davon waren sechs schwer verletzt. Etwa 25 weitere Fahrgäste wurden dazu mit leichten Verletzungen noch im Bereich des Unglückortes von den Rettungskräften ambulant behandelt. 

Zeugenaufruf der Polizei:
Für die weiteren Ermittlungen ist es nach wie vor äußerst wichtig mit allen Passagieren, die sich in den beiden S-Bahnen aufgehalten hatten, in Kontakt treten zu können. Alle Personen, die sich in einer der beiden Züge befanden und ihre Personalien bisher nicht an die Polizei weitergegeben haben, werden darum gebeten, sich mit der sachbearbeitenden Dienststelle umgehend in Verbindung zu setzen. Insbesondere auch, wenn sie Verletzungen davongetragen haben.
Personen, die sachdienliche Hinweise zum Unfallhergang machen können, werden gebeten, sich mit dem Unfallkommando, Tegernseer Landstraße 210, 81549 München, Tel.: 089/6216-3322, in Verbindung zu setzen.

(Update 19.2.2022) Vom Kreisfeuerwehrverband München waren aus dem Landkreis München die Feuerwehren Hohenschäftlarn, Ebenhausen, Pullach, Neufahrn, Baierbrunn, Ottobrunn, Taufkirchen, Neubiberg, Gräfelfing, Neuried, Ismaning, Unterschleißheim, Oberschleißheim, Kreisbrandinspektion, UG-ÖEL, Technisches Hilfswerk und die Führungsgruppe Katastrophenschutz im Einsatz. Unterstützt wurden die Kräfte durch Feuerwehren aus dem Landkreis Bad Tölz Wolfratshausen, der Feuerwehr München, dem Rettungsdienst, der Polizei, der Bundespolizei und der Deutschen Bahn. Insgesamt waren mehr als 600 Einsatzkräfte vor Ort im Einsatz. Der Kreisbandrat des Landkreises München übernahm die Einsatzleitung.

Aus der Stadt München waren etwa 100 Kräfte der Berufsfeuerwehr und Freiwilligen Feuerwehr München im Einsatz. Sie wurden zur Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Hohenschäftlarn alarmiert. Die Feuerwehren aus München halfen bei der Sichtung und Versorgung, sowie dem Abtransport der Verletzten. Weiter unterstützten sie mit dem Kran bei der Absicherung der S-Bahnen und stellten mit weiteren Feuerwehren den Grundschutz im Einsatzgebiet für weitere Einsätze sicher. 

(Update 15.2.2022) Kurz nach Mitternacht am 15.2. hat die Polizei weitere Einzelheiten zu dem S-Bahnunglück zwischen Ebenhausen und Hohenschäftlarn im Landkreis München bekannt gegeben. 

Nach dem aktuellen Ermittlungsstand ist ein 24-jähriger Fahrgast verstorben. Insgesamt wurden 18 Personen verletzt, fünf davon schwer. Alle wurden zur weiteren ärztlichen Behandlung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Unter den Schwerverletzten befanden sich auch die beiden Lokführer. Weitere 25 Personen wurden von den Rettungskräften nach am Ereignisort ambulant versorgt. Insgesamt wurden vor Ort rund 80 Personen durch die Einsatzkräfte betreut.

Warum die beiden Züge auf der eingleisigen Stecke frontal zusammengeprallt sind, muss noch geklärt werden. Die Ermittlungen zu diesem Sachverhalt wurden, in enger Zusammenarbeit mit der Bundespolizeiinspektion München, von der Münchner Verkehrspolizei aufgenommen. Die zuständige Staatsanwaltschaft München I ordnete noch vor Ort erste Gutachten an.

Insgesamt waren an dem Einsatz 800 Kräfte von Rettungsdienst, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Polizei beteiligt. Im Zusammenhang mit den Rettungsarbeiten waren zudem mehrere Hubschrauber eingesetzt.

S-Bahnunglück Schäftlarn
S-Bahnunglück Schäftlarn, Quelle Foto Bayerisches Rotes Kreuz

Inzwischen hat sich auch Heiko Büttner, Chef der S-Bahn München zu Wort gemeldet: „Den Angehörigen der Unfallopfer gehört unser tiefes Mitgefühl. Den Verletzten wünschen wir eine baldige und vollständige Genesung.“ Zur Unfallursache könne derzeit noch keine Aussage getroffen werden. 

Lesen Sie auch: S-Bahn Unglück Schäftlarn: Krisen-Interventions-Team München im Großeinsatz


(Erstmeldung 14.2.2022) Am Montag, 14. Februar 2022, sind um 16.40 Uhr zwei S-Bahnen der Linie S7 in Ebenhausen, Gemeinde Schäftlarn, im Landkreis München zusammengestoßen. Dabei soll es nach Polizeiangaben ein Todesopfer und 14 Verletzte, darunter auch Schwerverletzte, gegeben haben. In den beiden Zügen sollen etwa 100 Fahrgäste gewesen sein. Ein Waggon ist entgleist und ein Gestell mit einem Radsatz ist von der Wucht des Zusammenstoßes losgerissen worden. Dieser Zugteil kam an einer Böschung zum Stehen und stürzte zum Glück nicht herab.

Die Unglücksstelle befindet sich neben der Bundesstraße B11 etwa in Höhe der Abzweigung zum Kloster Schäftlarn.  Nach ersten Erkenntnissen ist ein Zug der S-Bahn München am Bahnhof Ebenhausen in Richtung München losgefahren, während ein weiterer Zug auf der eingleisigen Strecke auf der Strecke Richtung Wolfratshausen noch unterwegs war. Die Gleise machen an der Unglücksstelle eine Kurve, wodurch die Zugführer die entgegen kommende S-Bahn nicht sehen konnten. 

Die Rettungskräfte, die Polizei und die Feuerwehr sind mit einem Großaufgebot vor Ort um die Verletzten zu versorgen. Die Bundesstraße B11 ist wahrscheinlich die ganze Nacht rund um den Unglücksort gesperrt.

In einem nahegelegenen Gasthaus wurde ein Notfallzentrum eingerichtet. Neben der Betreuung von Verletzten sind zahlreiche Kräfte auch bei der Betreuung von 80 traumatisierten unverletzten Fahrgästen im Einsatz. Von den Münchner Hilfsorganisationen sind das  Bayerische Rote Kreuz, die Johanniter Unfallhilfe, der Arbeiter-Samariter-Bund, die Malteser  und die Berufsfeuerwehr München vor Ort. Sie arbeiteten in Koordination landkreisübergreifend mit den Kräften aus den Landkreisen München, Fürstenfeldbruck, Starnberg, Bad Tölz Wolfratshausen und Miesbach zusammen. Weitere Einzelheiten dazu hier: Großaufgebot von Rettungskräften aus München im Einsatz

Die Ursache der Kollision ist noch unklar. Die Polizei ermittelt. 

Schienenersatzverkehr der S7 nach dem S-Bahnunglück 

Die S-Bahn S7 in Richtung Wolfratshausen# verkehrt bis Großhesselohe Isartalbahnhof.  Zwischen diesem S-Bahnhalt und Wolfratshausen ist ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Diese Busse verkehren ohne Halt in Icking. Zwischen Icking und Wolfratshausen besteht ein Pendelverkehr mit Großraumtaxis. Die Deutsche Bahn hat eine Sonder-Hotline unter: 0800 3 111 111 geschaltet.

Beinahe-Kollision schon im August 2021

Nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks gab es auf dieser Strecke bei Icking schon im August des letzten Jahres einen Beinahe-Zusammenstoß von zwei S-Bahnen. Auch hier waren zwei Züge auf der eingleisigen Stecke auf Kollisionskurs unterwegs. Die beiden Lokführer konnten ihre S-Bahnzüge damals rechtzeitig zum Stehen bringen. 

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