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Altötting: Jugendliche greifen mit Stöcken Flüchtlingsheim an

Mehrere Jugendliche haben am 3. April 2016 ein Flüchtlingsheim in Töging im Landkreis Altötting angegriffen. Ein 16-Jähriger wurde nun verhaftet.

Polizei Blaulicht
Polizei Blaulicht

 

Jugendliche griffen in der Nacht zum 3. April 2016 mit Stöcken und Steinen ausgerüstet eine Asylbewerberunterkunft in Töging an. Verletzt wurde dabei niemand. Als Rädelsführer gilt ein 16-Jähriger, der bereits im Januar einen Asylbewerber angegriffen hatte und gegen den nun auch wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt wird. Nach intensiven Ermittlungen der Kripo Traunstein, unter Leitung der Staatsanwaltschaft Traunstein, konnte nun die Identität der weiteren an dem Angriff beteiligten Personen geklärt werden. Bei ihnen handelt es sich um sieben Jugendliche und einen 18-Jährigen. Der Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Robert Kopp, macht deutlich, dass die Polizei derartige Hasskriminalität nicht duldet und auch in Zukunft entschieden dagegen vorgehen wird.

Zunächst unbekannte junge Männer hatten in der Nacht zum Sonntag, 3. April, kurz vor 02.00 Uhr, einen Angriff auf die Asylbewerberunterkunft in Töging am Inn gestartet, in der überwiegend somalische Staatsangehörige im Jugendlichen-Alter untergebracht sind. Acht Personen dürften sich an der Aktion beteiligt haben. Mit Stöcken bewaffnet riefen die vor dem Haus stehenden Jugendlichen den Bewohnern Schmähungen zu und forderten sie auf herauszukommen, um zu schlägern. Zumindest der Haupttäter warf auch mit etwa taubenei-großen Steinen auf Fenster des Gebäudes. Zutritt zu der im ersten Stockwerk gelegenen Unterkunft erlangten die Angreifer nicht, dort war den Hausvorgaben entsprechend eine Zwischentüre verschlossen. Noch vor Eintreffen der hinzugerufenen Streifen suchten die Täter bereits das Weite.

Die Ermittlungen zur Klärung des Angriffes wurden in der Folge unter Leitung der Staatsanwaltschaft Traunstein durch die Kriminalpolizeiinspektion Traunstein geführt. Die Polizeiinspektion Altötting leitete Maßnahmen zum Schutz der Unterkunft und seiner Bewohner ein. Die Kripobeamten betrieben ihre Nachforschungen zunächst ohne großes Aufsehen zu erregen, wodurch ihnen die Klärung der Identität der beteiligten Personen gelang. In den letzten Tagen wurden Vernehmungen und Durchsuchungen bei den Verdächtigen durchgeführt. Die Staatsanwaltschaft Traunstein hatte hierzu Beschlüsse bei Gericht erwirkt. Haupttäter soll demnach ein 16-jähriger Deutscher mit osteuropäischen Wurzeln aus dem Landkreis Altötting sein.

Nach Angaben des 16-Jährigen sollte den Bewohnern mit dem Angriff auf das Asylbewerberheim Angst gemacht werden. Zwei der dort einquartierten jugendlichen Somalier hätten ihn zuvor bei einer zufälligen Begegnung auf offener Straße „angerempelt“. Bei den weiteren beteiligten Personen handelt es sich um Freunde und Bekannte des 16-Jährigen die sich über den Abend hinweg zu ihm gesellt und zusammen den Angriff begangen hatten. Gegen die Beteiligten wird nun wegen Landfriedensbruchs und versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

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