28. Oktober 2020
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Region München: Gefällter Baum fällt auf S-Bahnstrecke – 9.000 € Strafe

Zwei Männer, denen bei Baumfällarbeiten im Oktober letzten Jahres eine rund 25 Meter hohe Fichte in den Gleisbereich gestürzt war, wurden wegen fahrlässigem gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr zu je 4.500 € verurteilt.

S-Bahn Front
S-Bahn München Front

Am 17. Oktober 2015 fällten zwei Männer im Alter von 49 und 50 Jahren in einem Waldgrundstück in Baldham im Landkreis Ebersberg Bäume. Nachdem sie bereits mehrere Nutzhölzer gefällt hatten, drehte sich gegen 14:45 Uhr eine frisch geschlagene Fichte – für die Männer überraschen – nicht parallel zu den Gleisanlagen, sondern stürzte stattdessen auf die Lärmschutzmauer. Die Baumkrone durchschlug die Oberleitung der S-Bahnstrecke. Der Stamm brach und kam mit Teilen auf den Gleisen zum Liegen. Als der Triebfahrzeugführer einer kurz darauf herannahenden S4 Richtung Geltendorf die Gefahr erkannte, leitete er eine Schnellbremsung ein. Die mit rund 110 Stundenkilometern schnelle S-Bahn kam – wie die Auswertung des “Bahn-Fahrtenschreibers” ergab – erst 399 Meter nach Einleitung der Schnellbremsung zum Stehen. Glücklicherweise schob das Triebfahrzeug den rund 30 cm dicken Nadelbaum zur Seite und entgleiste nicht. In der S-Bahn wurde auch niemand verletzt. Bei dem Unfall entstand der Deutschen Bahn ein Sachschaden von rund 23.000 Euro.

Die beiden Männer nun vom Amtsgericht Ebersberg (Az.: 1Cs51Js45376/15) zu einer Geldstrafe von je 4.500 Euro verurteilt. Beide  Männer hatten erst kurz vor den Baumfällarbeiten einen eintägigen Motorsägelehrgang besucht und wurden dabei auch in die Schnittführung mit der Motorsäge eingewiesen. Die beiden aus dem Landkreis Freising konnten sich nicht erklären, warum die Fichte nicht wie gewünscht, parallel zum, sondern ins Gleis stürzte. Das Urteil ist rechtskräftig.

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