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Kommt nun doch eine Magnetschwebebahn in München? – MVV untersucht Trassen in der Region

Eine Magnetschwebebahn für den Personennahverkehr hat die Firmengruppe Max Bögl entwickelt. Jetzt wurde eine Verkehrsstudie vorgelegt, in der untersucht wird, ob sich eine Realisierung von Trassen ab München in die Region volkswirtschaftlich rechnen würden. 

Magnetschwebebahn Transport System Bögl (TSB)  Foto Firmengruppe Max Bögl
Magnetschwebebahn Transport System Bögl (TSB), Foto Firmengruppe Max Bögl

In zehn Minuten vom Hauptbahnhof zum Flughafen, wie einst Edmund Stoiber den Transrapid beworben hatte, wird es nicht gehen. Aber andere Trassen im Münchner Süden, Osten und Norden sowie zwischen Dachau und München im Nordwesten sind im Gespräch. Möglich wäre das, weil die Firma Bögl mit dem Transport System Bögl (TSB) eine Magnetschwebebahn für den Nahverkehr entwickelt hat. In den vergangenen zehn Jahren wurden dazu die Fahrzeuge, die Infrastruktur sowie die Betriebsleittechnik zur Serienreife entwickelt. Gemeinsam mit der Landeshauptstadt München, mehreren MVV-Verbundlandkreisen sowie der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) begleitete der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) eine Verkehrsstudie zur grundsätzlichen verkehrlichen Sinnhaftigkeit des Systems. 

Ziel der Verkehrsstudie, die durch ein Schweizer Ingenieurbüro durchgeführt wurde, war eine erste grobe Verkehrswertabschätzung des TSB, um so grundsätzlich erkennen zu können, ob dieses neue Verkehrssystem für den Raum München erfolgversprechend sein könnte. Dabei wurden auch erste Nutzen-Kosten-Rechnungen für verschiedene Trassen erstellt, die Hinweise auf eine mögliche staatliche Förderung aufzeigen sollten. Konkret wurde für vier verschiedene Korridore im MVV-Raum untersucht.

Die nun erfolgte, erste Verkehrswertabschätzung zeigt Anhaltspunkte dafür, dass das TSB den öffentlichen Personennahverkehr in verschiedenen Korridoren („Nord U2/U3“ (Dachau – Karlsfeld – München), „Nord U6“ (Garching – Hochbrück – Unterschleißheim), „Süd U5“ (Ludwig Bölkow Luft- und Raumfahrt Campus Taufkirchen/Ottobrunn – Neubiberg – München) und „Ost U2“ (Nordosttangente) sinnvoll verstärken könnte.  Das Transport System Bögl könnte der Abschätzung zu Folge einen großen Anteil an Umsteigern vom Pkw auf den öffentlichen Nahverkehr erzielen, wenn es neue Gebiete erschließt und als ÖPNV-Hauptverkehrsmittel fungiert. 

Da aber der Mini-Transrapid nicht den Hauptbahnhof sondern lediglich die Münchner Peripherie anfahren würde, muss in einer vertieften Untersuchung vor allem untersucht werden, ob die Fahrgäste bereit wären, zusätzliche Umsteigezeiten in Kauf zu nehmen. So sieht es auch Münchens Mobilitätsreferent, Georg Dunkel: “Es sind noch eine Reihe von Fragen zu beantworten, vor allem was die Verknüpfung mit dem bestehenden Netz betrifft.“ Christian Göbel, Landrat des Landkreises München ergänzt: “vor allem was die Verknüpfung mit dem bestehenden Netz betrifft.“

Dachaus Landrat Stefan Löwl sieht durch die Untersuchungsergebnisse das Potential für die Realisierbarkeit des TSB im Münchner Norden bestätigt: „Das positive Nutzen-Kosten-Verhältnis für die mögliche Verbindung zwischen Feldmoching und Dachau sowie weitere untersuchte Korridore zeigt, dass es mit dem TSB eine neue Lösungsoption für die Zukunft des ÖPNV-Angebots in und um München „made in Bavaria“ gibt. Vor allem im Hinblick auf die enorme Flächenkonkurrenz, könnte die Nutzung der sogenannten „dritten“ Ebene einen relevanten Vorteil für das TSB darstellen. Ich würde mich freuen, wenn wir dieses Projekt gemeinsam im Münchner Norden realisieren könnten.“

“Die grobe Machbarkeit”, bescheinigt MVV Geschäftsführer Dr. Bernd Rosenbusch der Regional-Magnetbahn. Weitere entscheidende Themen seien die städtebauliche Integration des Systems, die Flächenverfügbarkeit oder auch Umsteigezeiten und Kosten. In einem nächsten Schritt wäre nun ein Vergleich mit den klassischen Transportsystemen wie Tram, U-Bahn und gegebenenfalls Seilbahn sinnvoll, um die beste Erschließungsvariante für die favorisierten Korridore zu finden, finden die MVV-Entscheider. Dies könnte im Einzelfall auch eine Kombination verschiedener Verkehrssysteme bedeuten. 

Auch Stoibers Trasse zum Flughafen taucht wieder auf und Verkehrsminister Andreas Scheuer kommt ins Spiel. “Ein genereller Vergleich des TSB zu konventionellen ÖPNV-Systemen wird derzeit in einer Machbarkeitsstudie des Bundesverkehrsministeriums vorgenommen und am Anwendungsbeispiel des Flughafens München näher betrachtet. Erste Erkenntnisse sollen im Frühjahr 2021 vorliegen und können in weitere Betrachtungen der Korridore einfließen.”

Das TSB ist ein neues, bislang nur auf einer Demonstrationsstrecke in China und einer Erprobungsstrecke in Bayern getestetes ÖPNV-System. Im Sommer 2020 bestätigte das Eisenbahnbundesamt (EBA) die Zulassungsfähigkeit für wesentliche Teile des Fahrzeugs und des Fahrwegs. Die Firmengruppe Max Bögl mit Hauptsitz in Sengenthal in der Oberpfalz zählt mit einem Jahresumsatz von zwei Mrd. Euro zu einem der größten Bauunternehmen in Deutschland. 

 

 

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