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S-Bahn München bekommt Verstärkung aus Hannover – Züge für Stammstrecke nicht geeignet

Mit 15 Triebwagen der S-Bahn Hannover soll in der Region München die Flotte der Münchner S-Bahn übergangsweise verstärkt werden. Die 21 Jahre alten Züge können aber nicht auf der Stammstrecke eingesetzt werden, weil die Türen eine um 20 Zentimeter tiefere Einstiegshöhe haben. 

S-Bahn ET 424
Triebwagen der Baureihe ET 424 der S-Bahn Hannover in der Station Nordstadt
Copyright Deutsche Bahn AG / Ascan Egerer

Insgesamt wächst die Flotte der S-Bahn München mit den 15 Triebzügen vom Typ ET 424 auf 289 Fahrzeuge an. Im Unterschied zu den heutigen Fahrzeugen der S-Bahn München liegt die Einstiegshöhe der zusätz­lichen Züge aus Hannover nicht bei 96 Zentimetern, sondern bei 76 Zentimetern. Dies schränkt den stufen­freien Einstieg ein. Daher werden diese Züge auch verstärkt auf den S-Bahn-Fahrten eingesetzt, die nicht die Stammstrecke befahren. Die dadurch frei werdenden Münchner S-Bahn-Fahrzeuge stehen dann zur Kapazi­täts­stei­gerung der S-Bahn-Linien über die Stammstrecke zur Verfügung.

Die 15 Züge können beispielsweise auf folgenden Linien eingesetzt werden: Bei den Pendelzügen der S2 zwischen Dachau und Altomünster, bei den Verstärkerzügen der S4 zwischen Geltendorf beziehungsweise Buchenau und München Hauptbahnhof und auf der S20 zwischen Höllrie­gels­kreuth und Pasing beziehungsweise Grafrath. Ab Mitte des Jahrzehnts könnten die Fahrzeuge auch für die geplanten Linien­er­weiterungen nach Wasserburg und zum BMW-Forschungs­zentrum über den Nordring in München genutzt werden. Ohne zusätzliche Fahrzeuge wären diese Angebots­er­wei­te­rungen nicht möglich.

Bayerns Verkehrs­mi­nisterin Kerstin Schreyer (CSU) erklärt dazu: „Wir setzen alles daran, der S-Bahn München schon vor Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke weitere Schubkraft zu geben. Mit der Flotten­er­wei­terung haben wir mehr Spielraum bei der Fahrplan­ge­staltung und erhoffen uns zudem positive Effekte im Hinblick auf die Betriebs­sta­bilität.“

Die 15 Triebzüge, die seit dem Jahr 2000 im Raum Hannover unterwegs sind, steigern nicht allein die Kapazität der S-Bahn München. Wenn insgesamt mehr Fahrzeuge zur Verfügung stehen, wirkt sich das auch positiv auf die Betriebs­qualität aus, im Regel- wie im Störfall. „Die Fahrzeugverfügbarkeit ist für uns ein zentrales Thema und wird durch die zusätz­lichen S-Bahnen aus Hannover weiter gestärkt. So können wir die Qualität und die Zuverläs­sigkeit für unsere Fahrgäste gemeinsam mit dem Freistaat weiter verbessern“, betont Heiko Büttner, Vorsit­zender der Geschäfts­leitung der S-Bahn München.

Die Züge werden in Hannover ab dem nächsten Jahr nicht mehr gebraucht, weil statt der Deutschen Bahn ab Mitte 2022 die Firma Transdev das S-Bahnnetz betreiben wird. Dort werden dann Fahrzeuge vom Typ Stadler Flirt eingesetzt werden. 

Die S-Bahnen aus Hannover werden vor ihrem Einsatz in München gründlich aufgefrischt. Sie erhalten beispielsweise einen Neuanstrich, neue Displays für die Fahrgast­in­for­mation und werden mit WLAN ausgestattet. Ob die Toiletten, die in der Baureihe ET 424 vorhanden sind, weiter betrieben oder ausgebaut werden, ist noch nicht geklärt. 

Wenn die Triebwagen aus Niedersachsen ihren Dienst in München aufnehmen, setzt sich die Flotte der S-Bahn München aus folgenden Fahrzeugen zusammen:

  • 238 Fahrzeuge der Baureihe ET 423
  • 36 Fahrzeuge der Baureihe ET 420 („Olympia-S-Bahn“)
  • 15 Fahrzeuge der Baureihe ET 424 (von der S-Bahn Hannover)

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