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Nach COVID-19 Fällen: Helios Amper-Klinikum in Dachau läuft wieder im Vollbetrieb

Wegen dem gehäuften Auftreten von COVID-19 Fällen beim medizinischen Personal hatte das Gesundheitsamt im Landratsamt Dachau für das Helios Amper-Klinikum in Dachau eine Quarantäne angeordnet. Es wurden nur noch Corona-Patienten aufgenommen. Alle 200 Patienten und 1.170 Beschäftigten des Klinikums wurden getestet. Ein Patient und 19 Beschäftigte waren positiv, hatten aber nur Kontakt mit den Coronapatienten in der Klinik. Inzwischen läuft das Krankenhaus wieder im Vollbetrieb.

Helios Amper-Klinikum Dachau, Quelle Foto Helios
Helios Amper-Klinikum Dachau, Quelle Foto Helios

 

(Update 8.4.2020)  Das Amper-Klinikum Dachau hat den ambulanten und stationären Betrieb über alle 14 Fachabteilungen hinweg wiederaufgenommen. Innerhalb kürzester Zeit wurden mehr als 1.170 Beschäftigte und 136 Patienten auf Covid-19 getestet.

Innerhalb von vier Tagen wurden alle Beschäftigten, die Mitarbeiter des Helios Amper-Klinikums Dachau sowie die Angestellten der Tochtergesellschaften und externen Dienstleister, auf Covid-19 getestet. „Insgesamt wurden 1.170 Beschäftigte innerhalb kürzester Zeit abgestrichen“, berichtet der Ärztliche Direktor, Professor Dr. Hjalmar Hagedorn. „Eine Mammutaufgabe für unsere Kollegen von der Hygieneabteilung, die diese Testaktion sehr schnell und gut organisiert durchgezogen hat. Unsere Mitarbeiter sind dem Aufruf umgehend gefolgt und halten sich weiterhin sehr diszipliniert an die erhöhten Sicherheitsvorschriften.“

Von den 1.170 Beschäftigten sind 19 positiv auf Covid-19 getestet worden. Das Gesundheitsamt wurde entsprechend benachrichtigt, die Mitarbeiter befinden sich in häuslicher Quarantäne. „Unsere Analyse der Testergebnisse hat ergeben: Es handelte sich nicht um einen Ausbruch, der sich auf das ganze Klinikum ausgebreitet hat“, bekräftigt Professor Hagedorn. „Das Corona-Virus hat sich nur auf Mitarbeiter übertragen, die einen direkten Kontakt zu positiv getesteten Corona-Patienten hatten.“

Von den 199 Patienten, die sich zum Zeitpunkt der gehäuften Covid-19-Fälle im Krankenhaus befunden hatten, wurden 136 abgestrichen. Die restlichen 63 waren entweder bereits bekannte positive Fälle oder bereits am selben Tag vor dem Bescheid des Landratsamtes abgestrichen worden. Von den verbleibenden 136 Patienten war lediglich einer mit dem Corona-Virus infiziert und wurde entsprechend isoliert.

Bereits umgesetzt wurden bauliche und räumliche Maßnahmen in der Notaufnahme, der Geburtshilfe und weiteren Bereichen, um Covid-19-positive und -negative Patienten bestmöglich zu trennen und die Aufnahme und Behandlung aller so sicher wie möglich zu gestalten. Jeder Patient, der künftig aufgenommen wird, wird auf Covid-19 getestet und auf ein Einzelzimmer gelegt.


 

(Update 6.4.2020) Das Helios Amper-Klinikum hat am Montag den Betrieb unter erheblich verstärkten Vorkehrungen wiederaufgenommen. Um alle Maßnahmen nachhaltig umzusetzen, geht der Krankenhaus schrittweise in Betrieb.

Noch höhere Sicherheitsauflagen, räumliche Umstrukturierungen, überarbeitete innerbetriebliche Prozesse: „Wir wollen so schnell wie möglich wieder den Normalbetrieb aufnehmen“, versichert Klinikgeschäftsführer Florian Aschbrenner. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten derzeit auf Hochtouren, um in allen Bereichen sichere Abläufe zu gewährleisten.“

Die ambulante Notfallversorgung des Helios Amper-Klinikums wurde bereits am gestrigen Sonntag für Patienten, die nicht über den Rettungsdienst kommen, wiederaufgenommen. Aktuell können über den Rettungsdienst weiterhin nur Covid-19-positive Patienten im Klinikum aufgenommen werden. Auch die KVB Bereitschaftspraxis gegenüber der Notaufnahme steht wieder für alle Patienten offen. Die Wiedereröffnung der Geburtshilfe ist am Montag erfolgt.

Die Nothilfe wird in zwei Versorgungsbereiche unterteilt: Der blaue Bereich ist für nicht isolationspflichtige Patienten gedacht, der Isolationsbereich ist in Rot gekennzeichnet. Patienten der beiden Bereiche werden fortan strikt getrennt: Durch eine Sichtung in der Schleuse am Eingang wird festgelegt, wer in welchem Versorgungsbereich behandelt wird.

Die Geburtshilfe wird bis auf weiteres räumlich und mithilfe eines separaten Eingangs so vom Klinikum getrennt, dass eine sichere Aufnahme und Behandlung der Patientinnen gewährleistet sind. Bei planbaren Entbindungen wird zudem bei den Schwangeren fünf Tage vor dem Geburtstermin ein Covid-19-Test durchgeführt.

Tests nach Schließung: Ein Patient und 11 Beschäftigte waren ebenfalls infiziert 

In einer groß angelegten Testaktion wurden innerhalb von drei Tagen knapp 1.000 Mitarbeiter und 199 Patienten des Klinikums Dachau auf Corona-Virus SARS-CoV-2 abgestrichen. Bei den 136 Patienten auf der Normalstation, die nicht bereits wegen Covid-19 isoliert waren, wurde lediglich bei einem Patienten eine Übertragung festgestellt. Von den 1.000 Beschäftigten wurden elf positiv getestet. Sie wurden bereits vom Gesundheitsamt unter häusliche Quarantäne gestellt.

„Zum Schutz der Patienten gilt ab sofort: Bei allen, die stationär aufgenommen werden, wird ein Abstrich vorgenommen“, so der Ärztliche Direktor Prof. Hagedorn. „Bei Patienten, die im Verlauf ihres Aufenthaltes im Klinikum Covid-19-Symptome wie Halsschmerzen oder Fieber entwickeln, erfolgt ein erneuter Abstrich.“ Außerhalb der Patientenversorgung schützen sich alle Mitarbeiter des Klinikums weiterhin mit einem Mund-Nasen-Schutz. Neu ist zudem die Vorgabe, dass alle Patienten in einem Einzelzimmer untergebracht werden. Nur diejenigen, die bereits Covid-19 positiv sind, können in ein Zweibettzimmer verlegt werden.

Beschäftigten werden erneut getestet

Zu den erweiterten Schutzmaßnahmen zählt künftig eine erhöhte Schlagzahl bei den Testungen: Alle Mitarbeiter des Klinikums, die einen negativen Befund erhalten haben, werden fünf Tage später noch einmal abgestrichen. Zudem werden Beschäftigte in bestimmten Bereichen des Klinikums, wie zum Beispiel auf den Isolationsstationen oder in der Notaufnahme, regelmäßig in festgelegten Intervallen (zwischen fünf und neun Tagen) getestet. Ferner gelten für alle Mitarbeiter seit heute erweiterte Social-Distancing-Maßnahmen. So wurde beispielsweise die Speisenversorgung bereits auf ein Take-away-Konzept umgestellt.

Durch weitere, zum Teil auch bauliche Veränderungen werden die verschiedenen Stationen des Helios Amper-Klinikums Dachau schrittweise wieder in Betrieb gehen. Die stationäre Notfallversorgung soll zum nächstmöglichen Zeitpunkt – geplant ist Mitte dieser Woche – wieder starten.

 


 

(Erstmeldung 3.4.2020) Das ist der Supergau für ein Krankenhaus. Ein Patient wird wegen einer anderen Krankheit aufgenommen und er steckt, ohne es zu wissen, Ärzte, Pflegepersonal und Mitpatienten an. Ein komplettes Krankenhaus muss daraufhin abgeschottet werden und steht für den normalen Betrieb nicht mehr zur Verfügung. So geschehen im Helios Amper-Klinkum in Dachau.

Nach dem gehäuften Auftreten von Coronainfektionen  ist das Krankenhaus mit allen Patienten und dem Klinikpersonal am Freitagabend unter Quarantäne gestellt worden. Gemäß einer Allgemeinverfügung des Gesundheitamtes wurde das Krankenhaus einschließlich der Notaufnahme, dem Kreissaal sowie der Bereitschaftspraxis geschlossen. Am Mittwoch war bereits das Helios Klinikum München-West in Pasing wegen mehreren Coronafällen für den regulären Betrieb geschlossen worden. Lesen Sie auch: Häufung von Corona-Infektionen: Helios Klinikum in München abgeschottet

Laut Auskunft des Klinikums werden Covid-19-Patienten, die positiv getestet wurden, weiterhin aufgenommen. Hierzu zählen auch alle Covid-19-positiven Notfälle, wie Schlaganfall oder Herzinfarkt. Alle anderen Patienten werden nicht mehr aufgenommen. Die Entlassung von Patienten nach Hause ist nach vorheriger Absprache und Zustimmung des Gesundheitsamts Dachau möglich. Nicht möglich sind derzeit auch Verlegungen von Patienten an andere Kliniken und in Alten- und Pflegeheime.

Die Sicherheitsvorkehrungen, die bislang nur für die Behandlung von positiv auf Covid-19 getestete Personen oder Verdachtsfälle galten, ist auf die Behandlung aller Patienten ausgeweitet worden. Als weitere Vorsichtsmaßnahme sind alle Mitarbeiter der Klinik strikt dazu angehalten, im öffentlichen Raum einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und sich außerhalb ihrer Tätigkeit in der Klinik in häusliche Quarantäne zu begeben. Darüber hinaus wurde damit begonnen, sowohl alle 200 Patienten als auch die etwa 1.000 Mitarbeiter auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 zu testen. Die Ergebnisse werden kurzfristig erwartet. Nach Einschätzung des Landratsamtes ist das Helios-Krankenhaus in Markt Indersdorf nicht betroffen.

Das Helios Amper-Klinikum Dachau versorgt derzeit Covid-19-Patienten aller Schweregrade. Schon in den vergangenen Wochen hat die Klinik damit begonnen, planbare Operationen und Eingriffe auszusetzen, sofern dies gesundheitlich vertretbar ist, und sich auf die Behandlung von Notfällen konzentriert. Mit diesem Schritt sollten Kapazitäten für potenzielle Covid-19-Patienten aus dem Landkreis Dachau und über die Grenzen des Landkreises hinaus geschaffen werden.

Im Landkreis Dachau sind momentan 457 Coronavirus-Fälle registriert. Angesichts der Abschottung des Amper-Klinikums kommt die Genehmigung der Regierung von Oberbayern für das geplante Hilfskrankenhaus am Donnerstag zur rechten Zeit. Daraufhin wurden die bereits seit einigen Tagen vom Katastrophenschutz Dachau vorangetriebenen Planungen unverzüglich in Angriff genommen. Spätestens bis Ende nächster Woche soll das Select Hotel im Gewerbegebiet Dachau als Hilfskrankenhaus für 120 bis 180 COVID-Patienten ausgestattet werden. Neben einer räumlichen Absperrung und dem Aufbau einer Infektionsschleuse vor dem Haus, werden im Gebäude unter anderem eine Patientenruf- und Sauerstoffanlage eingebaut sowie überzählige Betten in den Zimmern abgebaut und verpackt.

 

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